Gerhard Voack

Gerhard Voack

* 25.07.1947
† 13.05.2014
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Pegnitz-Zeitung

vom 03.06.2014

Gerhard Voack †

23.05.2014 um 16:11 Uhr

LAUF (fi)  — Gerhard Voack ist tot. Der Laufer Unternehmer, frühere zweite Bürgermeister der Stadt sowie frühere Präsident des 1. FCN, starb am Dienstag nach einem langen Krebsleiden im Alter von 66 Jahren.

Gerhard Voack war ein Ur-Laufer. Aufgewachsen ist er in der ehemaligen Bäckerei seiner Eltern in der Nürnberger Straße. Nach seinem Studium stieg der Diplomkaufmann als Geschäftsführer im Unternehmen seiner Schwiegereltern, Baustoff Güttinger, ein. Später machte er sich als überaus erfolgreicher Entwickler von Obi-Baumärkten einen Namen. Vor viereinhalb Jahren erkrankte er an Krebs, wollte sich durch die Krankheit allerdings nie unterkriegen lassen, kämpfte, arbeitete bis zuletzt im Büro, interessierte sich für die laufende Politik und pflegte seine gesellschaftlichen Kontakte in Lauf. Jetzt starb er zu Hause. Er hinterlässt Frau Christianne, zwei Kinder und drei Enkel.

Als 25-Jähriger wurde Voack 1972 erstmals für die CSU in den Laufer Stadtrat gewählt, womit eine 24 Jahre lange kommunalpolitische Karriere begann. Mit ebenso dramatischen Wendungen wie klugen langfristigen Politik­ansätzen begründete er seinem Ruf als Strippenzieher.  

Im Frühjahr 1978 wurde Voack  zum Stellvertreter des damaligen Bürgermeisters Konrad Schmidt gewählt und musste sich schnell beweisen. Im Herbst 1978 nämlich nahm sich Schmidt das Leben, Voack führte  mit Anfang 30 die Amtsgeschäfte. Und nicht nur das. Obwohl von der CSU gedrängt, wollte er selbst nicht Bürgermeister werden. Mit Rüdiger Pompl, damals Rechtsrat bei der Stadt, fanden Voack und Fraktionssprecherin Hoyer für die CSU schnell einen Kandidaten, der im Frühjahr 1979 auch gewählt wurde und die Stadt fast 30 Jahre lang regieren sollte.

Voack war bis 1984 und von 90 bis 92 zweiter Bürgermeister. 1996 verabschiedete er sich aus dem Stadtrat. Pompl lobte Voack damals als analytischen Denker, Macher und Gestalter in Personalunion, der durch sein Streiten für eine überzeugte Politik Zorn, Zuneigung und Bewunderung erfuhr. Voack selbst verabschiedete sich mit dem 'Rückblick auf wohlgeordnete Verhältnisse“, die man nach den schweren 70er Jahren aufgebaut habe.

Ein unrühmliches Ende nahm für den umtriebigen Manager Anfang der 90er Jahre der Ausflug in die 'Sportpolitik“. Als Clubpräsident wollte er 1992 den mit 17 Millionen Mark verschuldeten Verein retten, scheiterte nach Eigenmächtigkeiten und Personalquerelen aber schnell daran. Jahre später holte ihn das Amt noch ein, als der Laufer wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. 'Es war mein größter Fehler, Club-Präsident geworden zu sein“, stellte er damals fest.

Ungeachtet dessen loben politische Weggefährten sowie Freunde und Gegner das 'phänomenale Gedächtnis Voacks“, dessen 'analytischen, klaren, scharfen Verstand“. 'Er war ein sehr cleverer Kopf“, ist man sich quer durch alle Parteien einig.

Gerhard Voack war ein unwahrscheinlich belesener und bestens informierter Mensch, er hatte gleich mehrere Tageszeitungen abonniert. Sein Interesse galt der Politik, dem Sport und der Kultur. Ganz besonders verbunden fühlte er sich seiner Vaterstadt Lauf, wie Frau Christianne betont. Hier galt sein Interesse der Kommunalpolitik, dem Vereinsgeschehen und der Stadtentwicklung. Sehr gerne sei er in den letzten Jahren in Lauf gewesen. 'Sein Zuhause war seine Burg, seine private Freude die drei Enkelkinder“, sagt seine Frau.  

 

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